Industriekultur

Fotografische Dokumentation

In einem seit 2022 vom Land Sachsen-Anhalt geförderten Projekt dokumentiert der Landesheimatbund gemeinsam mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt bedeutende und weniger bekannte Orte der Industriekultur in Sachsen-Anhalt fotografisch. Dabei sind bisher über 3.000 Aufnahmen von professionellen Fotografinnen und Fotografen zu rund 100 Standorten entstanden. Sie geben einen vielfältigen Einblick in die Industriekultur des Landes: von aufgegebenen Industrieanlagen und noch aktiven Unternehmen, Bergbaufolgelandschaften und relevanten Infrastrukturen, Museen und technischen Denkmälern bis hin zu Siedlungen und Stadtteilen, die stark durch die Industriegeschichte geprägt sind. Die Bildstrecken wurden mit kontextualisierenden Informationen in der Datenbank museum-digital systematisch erschlossen.

Der entstandene Bildpool unterstützt Ausstellungen, Publikationen und die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Industriekultur. Eine exemplarische Auswahl findet sich auf dieser Seite; eine vollständige Übersicht der Bildstrecken findet sich auf der Plattform museum-digital.

Kalihalden Zielitz („Kalimandscharo“)

Das Kaliwerk Zielitz in der Magdeburger Börde entstand 1968. Seit dem Zusammenschluss der ost- und westdeutsche Kaliindustrie 1993 gehört es zur K+S-Gruppe. Die geförderten kaliumhaltigen Rohsalze werden für Düngemittel, die Industrie und Futter- und Lebensmittel genutzt. Die Abraumhalde prägt die sonst flache Landschaft. Vereine bieten inzwischen auch Gästeführungen über die Halden an.

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Industrielle Landwirtschaft

Die Serie zeigt einen Überblick verschiedener Nutzungen landwirtschaftlicher Flächen im südlichen Sachsen-Anhalt nahe Zeitz. Neben der traditionellen Nutzung zum Getreideanbau oder zur Heugewinnung werden die Felder parallel als Standorte der Energieinfrastruktur genutzt. Dazu gehören beispielsweise Windkraftanlagen und Stromnetze.

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Wasserstraßenkreuz Magdeburg

Elbe und Mittellandkanal kreuzen sich als wichtigste norddeutsche Wasserstraßen nördlich von Magdeburg. Zentrales Bauwerk des Wasserstraßenkreuzes ist die 1938 eröffnete Trogbrücke Magdeburg/Hohenwarthe, über die der Mittellandkanal mit einem Wasserstandsunterschied von 16 Meter über die Elbe geführt wird. Durch Bürgerproteste konnte eine geplante Stillegung des Schiffshebewerks 2006 verhindert werden.

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Plattenwerk Halle-Neustadt

Um für die Belegschaft der Chemiestandorte Leuna, Buna und Schkopau Wohnraum zu schaffen, wurde mit Halle-Neustadt eine der größten Plattenbausiedlungen der DDR geplant. Im Februar 1964 wurde mit dem Bau des Plattenwerks begonnen, das der Produktion von Betonfertigteilen für die Errichtung Halle-Neustadts dienen sollte. Ab 1979 als 'VEB Vorfertigung Halle-Neustadt' war das Werk bis 1990 in Betrieb. Heute sind die ehemaligen Anlagen ein "Lost Place".

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Kulturhaus Leuna

Das Kulturhaus Leuna wurde 1927/28 als Gesellschaftshaus der Ammoniakwerke Merseburg durch die BASF errichtet. Nachdem es gegen Ende des 2. Weltkriegs im April 1945 schwer beschädigt worden war, erfolgte die Wiedereröffnung 1946 als "Klubhaus der Werktätigen" des VEB Leuna-Werke. 1994/95 wurde das Gebäude umfangreich saniert. Neben Veranstaltungssälen befinden sich im Haus eine Kunstgalerie, in der regelmäßig Ausstellungen von Künstler:innen der Region gezeigt werden.

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Tagebau Profen (Hohenmölsen)

Besonders die jüngere Vergangenheit der Stadt Hohenmölsen bei Zeitz ist untrennbar mit dem Abbau von Braunkohle verbunden. Zwischen 1830 und 1900 wurde das dortige Kohlevorkommen kartiert. Da der oberflächliche Abbau bald zu wenig Ertrag brachte, wurde mit dem Kohletiefbau begonnen. 1941 begannen die Entwässerungsarbeiten zum Aufschluss des Tagebaus Profen. Durch den bis heute aktiven Betrieb verschwanden 20 Ortschaften .

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Hüttenmuseum Thale

Das Hüttenmuseum Thale im sachsen-anhaltischen Südharz dokumentiert über 300 Jahre Industriegeschichte der Eisenverhüttung und -verarbeitung am Beispiel des Eisenhüttenwerkes Thale. 1986 als einziges Betriebsgeschichtsmuseum der DDR gegründet wird es heute von einem Verein getragen und zeigt rund 800 Exponate – von historischen Emaille-Produkten bis hin zu einer funktionsfähigen Dampfmaschine aus dem Jahr 1911.

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Ziegelei Hundisburg

Die Ziegelei Hundisburg westlich von Magdeburg wurde im Jahr 1882 gegründet und begann mit der handwerklichen Herstellung von Ziegeln. Später erfolgte der Übergang zur maschinellen Produktion, wobei verschiedene Technologien wie der Kollergang und die Strangpresse eingesetzt wurden. Im Laufe der Jahre wurden technische Neuerungen eingeführt, dazu gehörte die Errichtung einer Kammertrocknung, die die Trocknungszeit verkürzte und die Effizienz steigerte. Heute ist die Ziegelei ein technisches Denkmal, das die industrielle Entwicklung und die handwerkliche Tradition der Ziegelherstellung repräsentiert.

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